Bad Segeberg. Sieben Maler- und Lackierergesellen haben am Freitag, 21. August, in der Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein in Bad Segeberg ihre Gesellenbriefe erhalten. Hervorzuheben ist auch, dass unter 7 neuen Gesellen drei Frauen die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Ein Abiturient erklärt, warum er ins Handwerk geht. Im Rahmen der Freisprechungsfeier gratulierte Obermeister Joscha Köppen den Absolventen und warb zugleich für die Zukunftsperspektiven des Handwerks. „Unser Beruf ist mehr als nur Farbe auf die Wand bringen. Wir erhalten Werte, schützen Gebäude, gestalten Lebensräume und tragen mit modernen Materialien und nachhaltigen Techniken aktiv zur Zukunft unserer Gesellschaft bei“, betonte Joscha Köppen in seiner Ansprache. Zugleich erinnerte er an das Wertefundament des Handwerks: Ehrbarkeit, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit. Auf dieser Grundlage blicke er optimistisch in die Zukunft des Berufsstandes. Die Anforderungen an das Maler- und Lackiererhandwerk würden weiter wachsen. Nachhaltige Materialien, neue Techniken sowie steigende Ansprüche im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz prägten den Arbeitsalltag zunehmend. „Das bietet große Chancen für alle, die neugierig bleiben und sich weiterbilden wollen“, sagte der Obermeister. Den jungen Gesellen empfahl er deshalb, die vielfältigen Karrierewege im Handwerk zu nutzen – etwa als Meister, Techniker oder als Unternehmer. Gutes Klima und Vielfalt Als bester Prüfling seines Jahrgangs wurde der 21-jährige Nico Lohse ausgezeichnet. Er absolvierte seine Ausbildung im Malerbetrieb seines Vaters Michael Lohse in Bühnsdorf. Trotz Abitur entschied er sich bewusst für den handwerklichen Beruf. „Ich bin mit dem Handwerk groß geworden“, sagte der junge Geselle. Besonders schätze er, dass das Ergebnis der eigenen Arbeit unmittelbar sichtbar sei. Ebenso wichtig sei ihm der kollegiale Umgang: „Im Handwerk geht es locker und unverklemmt zu.“ Die Ausbildung habe ihm ein breites Spektrum eröffnet. Neben klassischen Arbeiten wie Tapezieren, Lackieren und Malen im Innen- und Außenbereich gehören für ihn auch Kundenkontakte und Verwaltungsaufgaben zum Berufsalltag. Präzises Arbeiten, ein gutes Farbverständnis und räumliches Vorstellungsvermögen seien dabei unverzichtbar. Seine berufliche Zukunft hat Nico Lohse geplant: Er besucht schon jetzt die Meisterschule und möchte später den Familienbetrieb übernehmen.
Ausbildung ist unerlässlich Vater Michael Lohse gründete den Betrieb vor knapp 30 Jahren. Für ihn gehört die Ausbildung junger Menschen selbstverständlich dazu. „Wir müssen schließlich unseren Berufsstand erhalten“, sagte der Handwerksmeister. Gleichzeitig spüre auch er die Folgen des demografischen Wandels: Die Zahl der Bewerber für Ausbildungsplätze sei rückläufig. Dennoch blickt Michael Lohse zuversichtlich nach vorn. Das Handwerk biete auch im Zeitalter der künstlichen Intelligenz hervorragende Perspektiven. „Handwerk wird durch KI nicht zu ersetzen sein“, zeigte er sich überzeugt. Gute handwerkliche Arbeit werde auch künftig gefragt sein – und entsprechend gut bezahlt.
Sie sind nun Gesellen des Maler- und Lackiererhandwerks: Nico Lohse, Michael Lohse, Bühnsdorf Bianca Zivanovic, Jan Bunge, Bad Segeberg Lisa-Marie Latendorf, Thomas Harm, Leezen Silas Schönig, Fritz Roblick & Sohn, Bimöhlen Hannah Ophelia Witt, Adlershorst Immobilien , Norderstedt Collin Harloff, Landesverein für Innere Mission, Rickling Dawid Bieszk, Joscha Köppen. Kisdorf
Foto + Text: A. Bury/Kreishandwerkerschaft MH
