Kaltenkirchen – Die KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen veranstaltet am Dienstag, 25. August 2026, um 18.30 Uhr eine Buchvorstellung und einen Vortrag der Historikerin Dr. Christine Eckel. Thema ist „Repressionspolitik und Deportationspraxis im besetzten Frankreich 1940 – 1944: Akteur:innen, Feindbilder, Verfolgtengruppen".
Auch in Frankreich waren Deportationen in Konzentrationslager ein zentrales Element deutscher Besatzungspolitik. Deportationsmaßnahmen richteten sich zum einen gegen die jüdische Bevölkerung, aber auch 76.000 nichtjüdische Menschen waren betroffen. Von dieser Gruppe der nichtjüdischen Deportierten wurden über 11.600 Frauen und Männer im Konzentrationslager Neuengamme und seinen Außenlagern inhaftiert. Wer waren sie, warum wurden sie verhaftet und deportiert?
Die Historikerin Dr. Christine Eckel von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen hat sich im Rahmen ihrer kürzlich erschienenen Dissertation unter anderem diesen Fragen zugewandt. In ihrem Vortrag erläutert sie die Rolle und die Funktion der Deportationen im Kontext der deutschen Repressionspolitik in Frankreich und die diesbezügliche Bedeutung der engen Kollaboration durch das Vichy-Regime. Zudem berichtet sie über die Deportationen in das Konzentrationslager Neuengamme und seine Außenlager ab 1944 und die Situation der Häftlinge dort.
Dabei nimmt sie auch Lebenswege von französischen Gefangenen des KZ-Außenlagers Kaltenkirchen in den Blick. Abschließend legt Christine Eckel einen Fokus auf die Weitergabe von Erinnerungen in den Familien von Deportierten und der Arbeit mit Nachkomm:innen an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.
Die Veranstaltung findet in der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch an der B4 in 24568 Nützen statt. Eine Anmeldung ist bis spätestens 24. August 2026 per Mail an ts@kz-gedenkstaette-kaltenkirchen.de erforderlich.
