Bad Bramstedt. Die ersten zarten Besenheide-Pflänzchen recken bereits ihre grünen Triebe aus dem Boden – jetzt geht der ökologische Waldumbau im Stiftungsland Schmalfelder Au bei Bad Bramstedt im Kreis Segeberg in die nächste Runde. Ab Montag rückt dort zunächst ein Bagger an: Auf zwei Teilflächen von insgesamt rund einem Hektar entfernt die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein – ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein – die invasive Spätblühende Traubenkirsche. Wenige Wochen später folgt dann der nächste große Schritt: auf insgesamt drei Teilflächen mit einer Gesamtgröße von rund 2,5 Hektar werden die noch vorhandenen Nadelbäume gefällt und abtransportiert.
Das Ziel: aus dem bislang von Fichten geprägten Wald soll Schritt für Schritt ein lichter, von Eichen geprägter Laubwald mit pinkem Heideblütenteppich werden – und damit ein vielfältiger Lebensraum für Waldvögel, Fledermäuse, Insekten und Reptilien.
Die ersten Heide-Minis wachsen schon
Den Anfang hat die Ausgleichsagentur bereits im vergangenen Winter gemacht. Auf rund 5.000 Quadratmetern wurden Fichtenstubben und die invasive Vielblättrige Lupine entfernt, die oberste Streuschicht abgetragen und anschließend abgemähte Heide von der Sorgwohlder Binnendüne auf der Fläche – als Samenspende – verteilt. Inzwischen zeigt sich der erste Erfolg: überall auf dem offenen Boden sprießen zarte Besenheide-Pflänzchen. „Im vergangenen Winter haben wir hier den Grundstein gelegt – und jetzt können wir tatsächlich schon die ersten kleinen Besenheidepflanzen entdecken“, sagt Mia Wennemuth, Maßnahmen-Managerin der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein. „Jetzt gehen wir den nächsten, entscheidenden Schritt für einen vielfältigen, lichten Wald – wir schaffen Platz und Licht für Laubbäume.“
Platz und Licht für heimische Arten
Bevor die neuen Laubbäume gepflanzt werden können, geht es ab Montag zunächst der Spätblühenden Traubenkirsche an die Wurzeln. Die aus Nordamerika stammende invasive Art kann sich stark ausbreiten und heimische Pflanzen verdrängen. Ein Bagger entfernt sie deshalb auf zwei Teilflächen von insgesamt rund einem Hektar. Voraussichtlich zwei bis drei Wochen später – also Mitte bis Ende Oktober – werden dann auf weiteren rund 2,5 Hektar Maßnahmenfläche die noch vorhandenen Nadelbäume mit dem sogenannten Harvester – einer großen Holzerntemaschine – entnommen.
Anschließend beginnt der Neustart: Vor allem Eichen und weitere heimische Laubbäume sollen gepflanzt werden. Zwischen ihnen bleibt ausreichend Licht für die Pflanzen am Boden. So entsteht nach und nach ein abwechslungsreiches Mosaik aus Laubwald, lichten Bereiche und pink-blühender Heide.
Davon profitieren Waldvögel, Fledermäuse, ebenso wie Insekten und Reptilien. Gleichzeitig entwickelt sich ein wertvoller Trittstein-Lebensraum, der Tiere auf ihrem Weg zwischen verschiedenen Naturräumen unterstützt.
Hintergrund: Kompensation mit Zukunft – das Ökokonto der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein
Die Maßnahme ist Teil eines Ökokontos der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein. Ökokonten ermöglichen es, Eingriffe in Natur und Landschaft auszugleichen, indem an anderer Stelle Lebensräume aufgewertet oder neu geschaffen werden.
Die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und setzt solche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen um. Sie entwickelt geeignete Flächen, plant die notwendigen Maßnahmen und sorgt für deren langfristige Pflege.
