Neumünster. Wie erkennt man eigentlich, ob eine Aussage stimmt? Und wie lässt sich herausfinden, ob eine Behauptung über nachhaltigen Konsum tatsächlich mit Fakten belegt werden kann? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Wahlpflichtkurs Nachhaltigkeit der Klassen 9 und 10 der Immanuel-Kant-Schule über mehrere Monate. 

 Ausgangspunkt des Projekts war die Beobachtung, dass Schülerinnen und Schüler im Alltag immer wieder mit Falschinformationen und vereinfachten Behauptungen zu Themen wie Ernährung, Müll, Kleidung oder nachhaltigem Konsum konfrontiert werden. Ziel des Projekts war es deshalb, dafür zu sensibilisieren, Informationen kritisch zu hinterfragen, Quellen zu überprüfen und zwischen belegbaren Fakten und Desinformation unterscheiden zu können. 

 Dabei arbeiteten die Schülerinnen und Schüler wie eine kleine Redaktion. In kleinen Gruppen suchten sie sich Aussagen aus, die ihnen im Alltag oder in den sozialen Medien begegnen könnten. Anschließend recherchierten sie den jeweiligen Hintergrund, suchten nach Zahlen, Daten und wissenschaftlich belegten Informationen und überprüften die Aussagen mithilfe der PLURV-Methode. Auch die Frage, wie man auf eine Falschaussage reagieren kann, wurde Teil der einzelnen Artikel. 

„Für uns war es spannend, nicht einfach nur zu sagen, dass etwas stimmt oder nicht stimmt, sondern selbst herauszufinden, was wirklich dahintersteckt. Man lernt dabei auch, genauer hinzuschauen und nicht alles sofort zu glauben, was man im Internet liest“, erklärt Schülerin Frederike. 

Im weiteren Verlauf übernahmen die Jugendlichen zunehmend Verantwortung für das gesamte Projekt. Neben dem Schreiben und Überarbeiten der Artikel kümmerten sie sich um Layout und Gestaltung, Quellenprüfung, Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit und die Organisation der Veröffentlichung. 

 Lehrerin Mareike Schumacher betont den besonderen Wert des Projekts: „Die Schülerinnen und Schüler haben erlebt, dass Nachhaltigkeit nicht nur aus guten Vorsätzen besteht. Es geht darum sich auf Grundlage von Fakten eine eigene Meinung zu bilden, schließlich selbst aktiv zu werden und sich auch von manschen Schwierigkeiten nicht entmutigen zu lassen. Dass sie diesen Prozess anschließend so umgesetzt haben, ist eine tolle Leistung.“ 

Das Ergebnis ist nun eine selbst gestaltete Zeitung, in der verschiedene verbreitete Aussagen rund um nachhaltigen Konsum unter die Lupe genommen werden. Die Leserinnen und Leser erhalten dabei nicht nur Informationen darüber, ob eine Behauptung stimmt oder nicht, sondern auch Hinweise darauf, woran sich verlässliche Informationen erkennen lassen und wie sie selbst mit Desinformation umgehen können. 

Am 03.09. durfte die fertige Zeitung in den Räumlichkeiten der Sparkasse Südholstein präsentiert werden. Die Sparkasse hatte das Projekt finanziell unterstützt und damit maßgeblich dazu beigetragen, dass die Zeitung tatsächlich gedruckt werden konnte. 

„Nachhaltigkeit beginnt mit der Fähigkeit, Fragen zu stellen, Fakten zu prüfen und selbst Verantwortung zu übernehmen – genau das lernen die Schülerinnen und Schüler mit diesem Projekt auf besonders anschauliche Weise. Deshalb unterstützen wir das Engagement des Nachhaltigkeits-WPK der IKS sehr gerne“, erläutert Jan Köber von der Sparkasse Südholstein. 

Nach der Präsentation machten sich die Schülerinnen und Schüler schließlich selbst daran, ihre Zeitung in Neumünster zu verteilen. Inzwischen liegt sie an verschiedenen Auslagestellen in der Stadt aus und kann dort von interessierten Leserinnen und Lesern kostenlos mitgenommen werden. Alternativ können Interessierte die Zeitung auch digital auf der Homepage der Immanuel-Kant-Schule lesen