Quickborn. Am Standort des heutigen Seminar-, Kultur- und Tagungszentrums Nordkolleg befand sich zwischen 1926 und 1945 die Koloniale Frauenschule Rendsburg. Dort wurden junge Frauen im Sinne der kolonialrevisionistischen Ideologie ausgebildet – sowohl in verschiedenen Schul-fächern als auch in praktischen Handwerkstätigkeiten. Ziel war es, sie als Trägerinnen des „Deutschtums“ in ehemalige deutsche Kolonialgebiete zu entsenden. Die Historikerin Joana Schröder (Heimatmuseum Heiligenhafen), die sich im Rahmen eines Ausstellungsprojekts intensiv mit der Geschichte der Kolonialen Frauenschule beschäftigt hat, zeichnet in ihrem Vortrag die historischen und politischen Rahmenbedingungen für die Gründung der Schule nach, stellt die handelnden Akteur:innen vor und erläutert die Inhalte der einzelnen Schulfächer sowie die organisatorischen Abläufe des Schulbetriebs. Außerdem verdeutlicht sie die Veränderungen der Erziehungsziele im Sinne des Nationalsozialismus ab 1933. Zum Abschluss wirft Joana Schröder einen Blick auf die Nachgeschichte und skizziert den politischen und gesellschaftlichen Umgang mit der Geschichte der Kolonialen Frauenschule nach 1945. Im Rahmen der Vortragsveranstaltung werden zudem Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm gezeigt, in dem Absolventinnen der Kolonialen Frauenschule zu Wort kommen.
Eine Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen und der Gedenkstätte Henri-Goldstein-Haus Zeit: Donnerstag, den 10.09.2026, um 18.30 Uhr Ort: Artur-Grenz-Saal, Am Freibad 7, 25451 Quickborn
Anmeldung bis spätestens 09.09.2026 per Mail an ts@kz-gedenkstaette-kaltenkirchen.de
