Norderstedt. Die Schaffung von Wohnraum in Norderstedt bleibt eine zentrale Aufgabe. Deshalb unterstützt die Fraktionsgemeinschaft Wir in Norderstedt / Freie Wähler (WiN/FW) grundsätzlich auch das große Bauprojekt 7-Eichen mit bis zu 500 Wohnungen. Wohnungsbau darf jedoch nicht bedeuten, bestehende Wohnquartiere und Schulwege zusätzlich und vermeidbar zu belasten.

In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr am 03.09.2026 wurde der Antrag von WiN/FW vehement unterstützt von der FDP, jedoch durch CDU, SPD, Grün und AfD abgelehnt, die Verwaltung zu beauftragen, beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) umgehend einen förmlichen und schriftlichen Antrag zur direkten verkehrlichen Anbindung der Bebauungspläne Nr. 353 „7-Eichen - Glashütter Damm zentral“ und Nr. 363 „7-Eichen - Glashütter Damm Ost“ an die Schleswig-Holstein-Straße (L 284) zu stellen.

Damit wurde nicht über den Bau einer Straße entschieden, sondern lediglich die Chance vertan, so die Meinung der WIN, eine sachliche, rechtssichere und förmliche Prüfung durch die zuständige Landesbehörde zu ermöglichen. Genau diese Prüfung wäre aus Sicht von WiN/FW dringend erforderlich gewesen, um belastbare Klarheit für die weitere Planung zu erhalten.

Besonders unverständlich ist die Ablehnung vor dem Hintergrund der Antwort des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein.

Danach lag dem LBV.SH vonseiten der Stadt Norderstedt bisher kein förmlicher und schriftlicher Antrag für einen solchen Straßenanschluss vor. Zugleich wurde deutlich, dass Abweichungen vom planungsrechtlichen Grundsatz des vorrangigen Anschlusses über das nachgeordnete Straßennetz grundsätzlich möglich sein können, wenn sie gut begründet und geplant werden. Letztlich stünde nach förmlicher Ablehnung gegebenenfalls auch der Rechtsweg offen.

Der Glashütter Damm ist bereits heute stark belastet. An wichtigen Knotenpunkten kommt es regelmäßig zu Rückstauungen. Hinzu kommt, dass der Glashütter Damm ein wichtiger Schulweg ist, auf dem sich Kinder sicher bewegen können müssen. Aufgrund der schmalen Straße, der kombinierten Fuß- und Radwege und der Alleeeigenschaft ist ein Ausbau kaum erkennbar möglich.

Die Bürgerinnen und Bürger des betroffenen Quartiers weisen seit Beginn der Planungen auf diese Probleme hin. Zuletzt hatte die IG 7-Eichen 1.450 Unterschriften für eine Petition für eine transparente und nachvollziehbare an den Interessen der Bürger orientierte Planung gesammelt. WiN/FW nimmt diese Sorgen ernst. Eine direkte Anbindung an die Schleswig-Holstein-Straße hätte zumindest geprüft werden müssen, bevor die weitere Planung faktisch auf eine zusätzliche Belastung des Glashütter Damms hinausläuft.

„Wer eine formelle Prüfung verhindert, nimmt den Menschen vor Ort die Chance auf eine echte Entlastung. Es ging nicht darum, heute eine fertige Lösung zu beschließen, sondern darum, endlich belastbare Fakten vom zuständigen Landesbetrieb zu erhalten“, erklärt Gunnar Löwe, der für die Fraktionsgemeinschaft WiN/FW im Ausschuss sitzt.

WiN/FW wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Wohnungsbau, Verkehrsplanung, erforderliche Investitionen in soziale Infrastruktur und der Schutz bestehender Wohnquartiere zusammen gedacht werden. Neubauprojekte wie 7-Eichen dürfen nicht auf dem Rücken der bereits im Quartier lebenden Menschen umgesetzt werden.