Quickborn. Das wollte sie sich nicht entgehen lassen. Zur Einweihung der neuen Polizeiwache in der Marktstraße ist Innenministerin Magdalena Finke nach Quickborn gekommen. „Es war mir ein besonderes Anliegen, hier dabei zu sein und allen Danke zu sagen“, sagte sie. „Das Sicherheitsgefühl verändert sich, und es macht etwas aus, wenn die Polizei vor Ort ist.“ 

Die neue Polizeiwache ist eine der modernsten Wachen in ganz Schleswig-Holstein. Einmal, weil das Gebäude allen Sicherheitsstandards entspricht, aber auch, weil sie für den Notfall besonders gerüstet ist. Mit dem Neubau der Polizeiwache in der Marktstraße hat die Stadt Quickborn gleichzeitig auch eine sogenannte NEA-Anlage installiert, die bei einem Blackout einspringt.

Die NEA-Anlage ist eine Netzersatzanlage, vereinfacht erklärt: eine leistungsfähige Notstromversorgung. Sie steht bei der benachbarten Feuerwehr auf dem Grundstück und springt ein, wenn der Strom ausfällt und ist enorm leistungsstark. Es ist die dritte Notstromanlage in Quickborn. Neben einer mobilen Anlage ist auch die Feuerwehrwache Ost gerüstet. Mit der neuen NEA-Anlage kommt nun eine weitere hinzu, die gewährleistet, dass die Beamten und Beamtinnen bei einem längeren Stromausfall weiterarbeiten können.

Eine solche Absicherung wird immer wichtiger. Denn ein Stromausfall kann heute sehr schnell sehr viele Bereiche des täglichen Lebens betreffen. Experten warnen schon länger, dass auch Anschläge in Zukunft häufiger auftreten könnten und raten Kommunen, sich zu wappnen. Das hat die Stadt Quickborn gemacht. 

Doch eine Notstromversorgung ist bei Polizeiwachen nicht üblich. Die Stadt Quickborn allerdings sah das als zwingend notwendig an, denn sonst hätten die Polizistinnen und Polizisten im Notfall nach Pinneberg oder Rellingen ausweichen beziehungsweise abgezogen werden müssen. Dabei ist es gerade im Krisenfall wichtig, dass die Polizei vor Ort ist.

Die NEA-Anlage versorgt allerdings nicht nur die Polizei, sondern auch die Feuerwehr im Notfall. Bei der Feuerwehr war die Notstromversorgung in die Jahre gekommen und musste erneuert werden. Daher nutzte die Stadt Quickborn die Gelegenheit, beim Neubau der Polizeistation gleich beide Wachen für den Notfall zu wappnen.

465.000 Euro kostete die Anlage, 50.000 Euro übernahm die Wohnungsbaugesellschaft Semmelhaack, die die Wache gebaut hat. Inhaber und Gründer Theodor Semmelhaack kam selbst zur Eröffnung und brachte Geschäftsleiter Torben Semmelhaack mit. „Die Stadt Quickborn ist sehr dankbar, dass die Firma Semmelhaack sich so für die Netzersatzanlage eingesetzt hat“, sagt Bürgermeister Thomas Beckmann. 

Ohnehin hat sich die Firma Semmelhaack auch beim Neubau der Wache als Vermittler gezeigt. Denn der jetzige Standort war zunächst umstritten. Anwohner und Anwohnerinnen hatten die Sorge, dass die alte Eiche gefällt werden muss. Doch das war nie die Absicht - die Eiche sollte von Anfang an erhalten bleiben und steht auch heute noch.

„Ich freue mich sehr, dass die Polizeistation jetzt wieder in der Innenstadt ist“, sagt Thomas Beckmann. „Eine moderne Polizeiwache, zentral gelegen, sichtbar und mitten in unserer Stadt, Tür an Tür mit der Feuerwehr und mit einer NEA-Anlage für den Notfall gerüstet. Viel mehr Präsenz und Sicherheit kann man sich kaum wünschen.“

Das war nicht immer so. In den vergangenen Jahren war die Polizeistation an verschiedenen Orten und von verschiedenen Provisorien geprägt. Zwischenzeitlich mussten die Beamten und Beamtinnen in Containern arbeiten. Zuletzt war die Wache so versteckt in Quickborn-Heide, dass sie kaum sichtbar war. „Nach 18 Jahren ist die Polizeiwache endlich dort, wo sie hingehört - mitten in der Stadt, mitten im Herzen und bei den Menschen“, sagte Magdalena Finke.

Anfang Juni hat die Polizei ihre Arbeit in der neuen Wache aufgenommen. „Wir haben sehr viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung, dass wir wieder sichtbarer sind. Schon jetzt merken wir, dass wir deutlich mehr Laufkundschaft haben“, sagt Ralph Garschke, Direktionsleiter Bad Segeberg.

Foto: Bei der Einweihung waren dabei: Theodor Semmelhaack und Torben Semmelhaack von der Wohnungsbaugesellschaft Semmelhaack, Stationsleiter Tobias Köhler, Innenministerin Magdalena Finke, Bürgermeister Thomas Beckmann und Ralph Garschke, Direktionsleiter Bad Segeberg.