Henstedt-Ulzburg. Bei jungen Menschen ist er heute kaum noch bekannt: Adolf Freiherr Knigge, der bereits im 18. Jahrhundert einen Katalog von Verhaltensregeln formulierte, die für einen respektvollen Umgang der Menschen miteinander sorgen sollten. Gepflegt und angepasst werden die Knigge-Regeln bis heute, aber welche Relevanz haben sie für heutige Jugendliche, die kurz vor dem Eintritt in das Berufsleben stehen? Was sollte man im Jahr 2026 berücksichtigen, wenn man erfolgreich im Berufs-, aber auch im Privatleben bei seinen Mitmenschen ankommen möchte?

Um diese Fragen ging es in den sechs jeweils eintägigen „Etikette-Workshops", die die VHS für die 8. Klassen der Olzeborchschule und der Gemeinschaftsschule Rhen organisiert hatte.

Schwerpunkt: Digitale Medien

Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei u. a. auf dem Umgang mit digitalen Medien. Wichtige Fragen waren:

  • Was gehört in eine berufliche Mail – und was nicht?
  • Wie wichtig sind Ansprache und Grußformeln und was ist mit der Verwendung von Emojis?
  • Welche Zonen und Situationen gibt es, in denen das Handy aus- oder zumindest auf „stumm" gestellt sein sollte?

Laut dem Feedback der Schüler:innen gab es hier den einen oder anderen „Aha-Moment". Gar nicht so einfach fiel auch die Beantwortung der Frage, welche Themen für einen beruflichen „Small Talk" geeignet sind – und welche nicht.

Hier lautete die Botschaft von VHS-Trainerin Nadja Voß: „Bitte auf keinen Fall über Politik, persönliche Probleme oder über das Verhalten von Kollegen sprechen."

Verhaltenssicherheit als Erfolgsfaktor

Dozentin Nadja Voß sieht die Kenntnis adäquater Verhaltensregeln vor allem als Chance für die Jugendlichen, die eigenen Ziele noch besser erreichen zu können. „Die Basis für ein harmonisches und erfolgreiches Miteinander ist die Erkennis, dass ich die eigenen Bedürfnisse mit denen meiner Mitmenschen ausbalancieren muss", fasst sie ihren Ansatz zusammen.

Finanzierung und Unterstützung

Finanziert wurde dieses Unterrichtsprojekt auch in diesem Jahr jeweils zur Hälfte von der Bürgerstiftung Henstedt-Ulzburg und vom Verein HU-Marketing. Am letzten Tag besuchten die Vertreterin der Bürgerstiftung Ramona Bücker, der Geschäftsführer von HU-Marketing Torsten Wiegelmann und VHS-Leiter Dr. Jochen Brems die Schüler:innen im Unterricht.

In seinem kurzen Grußwort unterstrich Brems die Wichtigkeit, die gesellschaftlichen „Codes" des respektvollen Umgangs zu kennen: „Auch wenn heute Vieles scheinbar lockerer geworden ist, so gibt es nach wie vor die ‚Kraft des ersten Eindrucks'. Vieles entscheidet sich schon nach wenigen Momenten."

Für Ramona Bücker und Torsten Wiegelmann ist die Finanzierung dieser Kurse auch wirtschaftlich eine gute Investition: „Rollensicherheit und gegenseitiger Respekt sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass es ein leistungsfähiges Miteinander im Berufsleben geben kann", waren sich beide einig.

Foto: (von links rechts): Die Schülerinnen Ayla und Hanna, VHS-Dozentin Nadja Voß, Torsten Wiegelmann (HU-Marketing), Ramona Bücker (Bürgerstiftung Henstedt-Ulzburg und Dr. Jochen Brems (VHS)