Quickborn/Hamburg. vhh.mobility (Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH), Deutschlands drittgrößte kommunale Busbetreiberin, verlegt ihren Betriebshof in der Ellerauer Straße in den kommenden Jahren in die Kieler Straße am nördlichen Ortseingang. In der gestern erfolgten Sitzung hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Quickborn für einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan und eine Änderung des Flächennutzungsplanes gestimmt. 

Die Stadt Quickborn und vhh.mobility verfolgen damit ein gemeinsames Ziel: Das deutlich größere Gelände an der Kieler Straße erfüllt alle Anforderungen für den Bau und Betrieb eines modernen Busbetriebshofs, der vollständig auf Elektromobilität ausgerichtet ist und damit auch künftig einen zentralen Baustein des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Eulenstadt sichert. 

„Der ÖPNV ist ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge – für Quickborn und für die gesamte Region. Deshalb ist es für uns von großer Bedeutung, die Voraussetzungen für einen modernen und elektrischen Betrieb zu schaffen“, sagt Bürgermeister Thomas Beckmann.

Dr. Lorenz Kasch, Geschäftsführer vhh.mobility: „Wir blicken auf eine über 60-jährige Geschichte in der Stadt Quickborn zurück und umso mehr freue ich mich über die Zustimmung des Ausschusses. Sie stellt einen wichtigen Schritt auf unserem Weg zu einer vollständig elektrisch betriebenen Flotte in Quickborn und darüber hinaus dar. Davon profitieren alle Menschen in der Region – durch weniger Emissionen und weniger Lärm im Straßenverkehr. Mit dem Gelände an der Kieler Straße haben wir gemeinsam perspektivisch eine Lösung gefunden, die alle Anforderungen durch die Umstellung auf Elektromobilität erfüllen kann – beispielsweise ausreichend Platz für eine weiter wachsende E-Bus-Flotte, eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur, moderne, attraktive Arbeitsplätze und zeitgemäße Werkstätten.“

Stand jetzt soll auf der neuen Fläche von rund 28.500 Quadratmetern (rd. 2,85 Hektar) ein Hauptgebäude als Verwaltungs- und Werkstattgebäude entstehen. Ergänzt wird es durch Mitarbeiterparkflächen. Auf der Rückseite des Gebäudes entsteht eine Stellfläche für die Busflotte samt Ladeinfrastruktur. Perspektivisch sind bis zu 95 Busse auf dem Gelände geplant. Durch den Einsatz von Ökostrom soll der Betrieb jährlich mehrere tausend Tonnen CO2 einsparen im Vergleich zu dieselbetriebenen Linienbussen. Der neue Betriebshof soll so gestaltet werden, dass er den heutigen Anforderungen an den Busbetrieb entspricht und zugleich flexibel auf zukünftige Entwicklungen reagieren kann. Erweiterungsmöglichkeiten werden daher bereits bei der Planung berücksichtigt. 

Die Stadtwerke Quickborn übernehmen in diesem Projekt die Rolle als örtlicher Netzbetreiber und werden den Stromnetzanschluss für den neuen Standort herstellen. Sie befinden sich derzeit in intensiven und produktiven Planungsbesprechungen mit dem zuständigen Projektteam der vhh.mobility zur Umsetzung des Projektes.

Doch bis mit dem Bau des Busbetriebshofs tatsächlich begonnen werden kann, ist noch einiges zu tun. Anfang Oktober muss die Ratsversammlung dem zustimmen. Danach können die Bauleitplanverfahren gestartet werden. Die Bearbeitungszeit dauert voraussichtlich 15 Monate. Im Anschluss kann der Bauantrag eingereicht und mit dessen Genehmigung der Bau gestartet werden. 

Durch den Umzug des Busbetriebshofs eröffnet sich zugleich eine langfristige städtebauliche Perspektive für das Gelände an der Ellerauer Straße. Perspektivisch könnte dort eine innenstadttypische Nutzungsmischung aus Wohn- und Geschäftsviertel entstehen. Die Planungen sind allerdings noch ganz am Anfang. Aus der früheren Friedhofsfläche könnte eine parkähnliche Grünfläche mit erhöhter Aufenthaltsqualität werden. „Ein solches Projekt bietet die Chance, die Innenstadt weiterzuentwickeln, zu beleben und attraktiver zu gestalten. Gleichzeitig könnten neue Wohn- und Arbeitsangebote sowie zusätzliche Grün- und Aufenthaltsräume entstehen“, sagt Bürgermeister Thomas Beckmann.

Die Stadt Quickborn sieht in der Verlagerung des Busbetriebshofs damit nicht nur einen wichtigen Schritt für die Zukunft des ÖPNV, sondern auch eine langfristige städtebauliche Entwicklungsperspektive für die Innenstadt.