Quickborn. Goethe-Schule, Eulenmarkt, VHS, Stadtbücherei, Haus 25, Freibad – die Aufgabenliste von Steffen Jaeger ist lang. Seit dem 1. September ist er der neue Fachbereichsleiter des Bereichs Bildung, Jugend und Kultur. Damit tritt er die Nachfolge von Carsten Möller an.
„Die ersten Wochen vergingen wie im Flug“, sagt Steffen Jaeger. Direkt prasselten zahlreiche Aufgaben auf ihn ein, die keinen Aufschub zuließen. Bei der Goethe-Schule musste vorbereitet werden, wo die Kinder unterkommen, wenn die marode Schule erneuert wird. Und was passiert überhaupt mit der Goethe-Schule? Wird sie neugebaut oder saniert? Können die Kinder an der Freien Schule unterrichtet werden? Wie sind dort die Räume, gibt es überhaupt genug Räume, hat jemand an den Erste-Hilfe-Raum gedacht? Wie sind die Schulwege? „Es sind grundlegende Fragen, die mein Team und ich gemeinsam mit den anderen Fachbereichen klären mussten. Ich hatte täglich rund 20 Mails in meinem Postfach nur zur Goethe-Schule“, erklärt der 44-Jährige.
23 Tage nach seinem Dienstbeginn entschied die Politik – bis dahin mussten alle Möglichkeiten ausgelotet sein. Der Beschluss: ein Neubau soll her, die Kinder sollen während der Bauzeit in der Freien Schule unterrichtet werden.
Doch nicht nur das beschäftigt den Diplom-Religionspädagogen und Diplom-Sozialpädagogen. Auch in die Planungen zu dem Projekt „To Huus“, der Anbau an der Schule am Mühlenberg für die Offene Ganztagsschule und natürlich auch das 50. Eulen- und Schützenfest, das von seinem Fachbereich maßgeblich organisiert wurde. „Ich habe wirklich ein starkes Team, dass ein tolles Fest auf die Beine gestellt hat“, sagt er. Am Freitag zum Laternelauf und dem anschließenden Feuerwerk am Rathausplatz waren rund 7000 Gäste gekommen, am Samstag kamen rund 10.000 Besucher und Besucherinnen zum Eulenmarkt. „Wir haben fast nur positive Rückmeldungen bekommen. Es war ein rund herum gelungenes Fest und am Montag war alles wieder sauber“, erklärt er.
Parallel hat Steffen Jaeger sich bei seinen einzelnen Fachdiensten vorgestellt. 120 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hat er. „Ich glaube, so langsam habe ich mich überall einmal blicken lassen“, überlegt er laut.
Es waren anstrengende erste Wochen für den Pädagogen, doch den Spaß bei der Arbeit merkt man ihm an. „Ich mag es, etwas für Menschen zu machen“, sagt er. „Mich reizt insbesondere, gemeinsam mit den Beteiligten die beste Maßnahme abzuwägen und auszuwählen,“, erklärt Steffen Jaeger. „Man kann gerade im sozialen Bereich immer mehr machen, mehr fördern, mehr unterstützen, mehr Hilfe leisten. Aber jeder Euro muss gut abgewogen werden.“ Der Haushalt in Quickborn ist angespannt und gleichzeitig kommen immer mehr Aufgaben vom Bund und Land, die die Kommunen zahlen müssen.
Für Steffen Jaeger ist das allerdings nur bedingt neu. Der Pädagoge hat auch schon vorher in einer Non-Profit-Organisation gearbeitet. Nach seinem Studium arbeitete er zwei Jahre lang im Jugendamt in Hamburg. Im Anschluss war er 15 Jahre für den Jugendhilfeträger KJSH tätig, ein gemeinnütziger Zusammenschluss von Trägern der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe in Deutschland. Zuständig war er dabei unter anderem für die stationäre sowie ambulante Jugendhilfe – sprich Kinder, die in Heimen leben und Kinder, die in speziellen Wohngruppen wohnen. Zuletzt war er dort Betriebsleiter und reiste viel durch Norddeutschland.
Jetzt möchte der Familienvater wieder näher bei seiner Frau und seinen Kindern sein und bewarb sich bei der Stadt Quickborn. „Ich bin sehr froh, dass Herr Jaeger bei uns die Arbeit aufgenommen hat und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit“, sagt Bürgermeister Thomas Beckmann.
